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Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS 8-918).

ALGURIE
weitere Suchbegriffe: Schmerzen beim Wasserlassen, Strangurie

Der Begriff "Algurie" bezeichnet Schmerzen beim Wasserlassen, also eine schmerzhafte Harnausscheidung (Mik tion / Mik tionsschmerzen).
Eine Algurie kann mehrere Ursachen haben. Die häufigsten Ursachen für eine Algurie sind Zystitis
(= Harnblasenen tzündung) und Urethritis (= Harnleiteren tzündung).

Weitere (seltenere) Ursachen für eine Algurie (Schmerzen beim Wasserlassen):

Treten Schmerzen eher zu Beginn der Harnentleerung auf, liegt häufig eine Urethritis (Harnröhrenentzündung) vor. Eine En tzündung des Blasenhalses oder der Prostata führt zu Schmerzen am Ende des Wasserlassen s.

Unter dem Begriff "Strangurie" versteht man einen schmerzhaften, brennenden Harndrang (Harnzwang), der zu Entleerung nur weniger Harntröpfchen führt. Häufigste Ursachen für eine Strangurie sind En tzündungen von Harnröhre und -blase.
Ein schmerzhafter Harndrang mit Erschwernis des Wasserlassens liegt auch bei einer Dysu rie vor, häufig bei bei Blasen-, Prostata-, Harnröhrenerkrankungen.

Schmerztherapie bei einer chronische n (= länger als drei Monate anhaltend) Algurie (auch bei St rangurie oder Dysu rie)

Nicht selten verbleibt trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin eine Algurie (Schmerzen beim Wasserlassen), so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten. Eine chronische Algurie erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei chronischer Algurie sind dies:

  1. Information über die Erkrankung
  2. Medikamentöse Schmerzbehandlung (u.a. Analgetika, Psychopharmaka, evtl. auch Spasmolytika (= krampflösende Mittel), auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Betäubung, Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. auch rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
  4. Akupunktur
  5. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
  6. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)

Therapeutische Lokalanästhesie (= Betäubung, Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) bei Algurie (Schmerzen beim Wasserlassen)

Die einfachste diesbezügliche Methode ist eine wiederholte (stationär 2 x täglich, auch an Wochenenden über 10-14 Tage) Triggerpunktbehandlung mit einem lang wirkenden Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel). Dabei werden schmerzhafte Reizpunkte am Unterbauch infiltriert, wodurch es über die entsprechende Head Zone (= eine über das zugehörige Rücken mark segment laufende Querverbindung zu dem zugeordneten inneren Organ) zu einer Entkrampfung und Durchblutungssteigerung im zugehörigen Organ kommt. So heilen z.B. unter einer guten Durchblutung entzündliche Schmerzursachen sicher ab, eine uralte medizinische Weisheit.

Eine sehr hilfreiche und effektive Therapiemethode ist bei Algurie die kontinuierliche epidurale Blockade mit Katheter (= rückenmarknahe Betäubung mit einem eingepflanztem Kunststoffschlauch).
Neben der erwünschten Unterbrechung der Schmerzreizleitung ist ein weiterer nicht zu unterschät
zender Vorteil, daß bei dieser Therapie, sozusagen als Nebeneffekt, auch der Grenzstrang (= paarige Nervenstränge des unwillkürlichen Nervensystems neben der Wir belsäule) mit einbezogen wird, so daß es gleichzeitig zu einer erheblichen Durchblutungssteigerung kommt, die jeder entzündlichen Schmerzursache (z.B. Prostatitis, Urethritis) kausal (= auf die Ursache gerichtet) entgegenwirkt.
Auch bei Verwachsungen ist die sympathikolytische
(= gefäßerweiternde und damit durchblutungssteigernde) Nebenwirkung hilfreich, indem die entstandenen, bradytrophen (= mit vermindertem Stoffwechsel einhergehenden) Gewebsbereiche besser durchblutet werden und es dadurch zu einer Optimierung der gestörten Mikrozirkulation kommt.

Wirkung und Ausmaß einer lumbalen (= den Lendenbereich betreffenden) epiduralen Blockade kann individuell mittels Lokalanästhetikamenge (= Betäubungsmittelmenge) und -konzentration so gesteuert werden, daß die Schmerzreize aus dem gesamten Bauchrau m bei weitgehend erhaltener Motorik (= Muskelkraft) blockiert werden. Der Erhalt der Motorik hat den Vorteil, daß die Patienten sich unter dieser Therapie weiter frei bewegen können.
Bei der sog. kontinuierlichen epiduralen Blockade
(= Betäubung) mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch vom Rüc ken her dicht an das Rückenmark eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine spezielle Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Bei technischer Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das Behandlungsrisiko auch bei einer Algurie (Schmerzen beim Wasserlassen) als vertretbar eingestuft werden.

Bei einer krebsbedingten Algurie kann diese Blockademethode auch angewendet werden, allerdings wird man auf das örtliche Betäubungsmittel verzichten, da in diesem Falle eine gefässerweiternde Wirkung unerwünscht ist, weil diese eine weitere Streuung der Krebszellen begünstigt. Mit einer Morphin-Lösung läßt sich ebenfalls eine gute, schmerzstillende Wirkung erzielen.

Wenn eine chronische Algurie längerfristig besteht, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.

Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).

Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle (also auch ältere Patienten) gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden.

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Aktualisiert:>12.10.2008</> kusb&
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